Mi., 29. Dezember 2021Lesezeit 15 minFather Hans Buob

Zweiter Sonntag nach Weihnachten

Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien im Lesejahr C

Bibelstellen


Johannes 1, 1-5. 9-14

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

Biblische Predigten


„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ (vgl. Vers 1)

Der Prolog des Johannes-Evangeliums ist etwas ganz Mächtiges und enthält eine tiefe Theologie. Deshalb lohnt es sich, ihn genauer zu betrachten – auch wenn es vielleicht nicht immer ganz leicht ist.

Die ersten drei Aussagen des Prologs beschreiben das ewig-göttliche Sein des Logos. Die Wendung „Im Anfang war das Wort“ ist als Anlehnung an den Beginn des Alten Testaments in Gen 1,1 zu verstehen: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Der Logos, von dem Johannes hier schreibt, ist Christus. Er ist das Wort, durch das Gott alles geschaffen hat, wie es ja dann in Vers 3 heißt: „Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ Allerdings übersteigt dieser Logos das Sprechen Gottes am Schöpfungsmorgen, denn das Wort wurde in geschichtlicher Stunde Fleisch: Jesus Christus selber ist dieses Wort, dessen Existenz in der Vorzeit der Welt, also in der göttlichen Ewigkeit bereits gegenwärtig war. Wenn also in beiden Fällen das Wort „Anfang“ steht, so besteht doch ein entscheidender Unterschied: Hier im Evangelium geht es nicht um einen Existenzbeginn der geschaffenen Welt in der Schöpfung, sondern um das Vor-der-Welt-Sein des Logos vor aller Schöpfung. Was schon im Anfang existierte, hat einen Vorrang vor aller Schöpfung, wie es auch Paulus ausdrückt.

Der Logos wurde nicht geschaffen, sondern „er war“, d.h. er existierte bereits bei der Schöpfung absolut, zeitlos und ewig. Darum kann Jesus in Joh 8,58 auch sagen: „Noch ehe Abraham wurde, bin ich.“ Dieses „bin ich“ drückt die zeitlose Gegenwart Jesu aus. Er ist immer schon gewesen, von Ewigkeit her, und nicht geschaffen. Das Wort „im Anfang war das Wort“ bezeichnet hier also nichts anderes als das ewige, unendliche Sein. Johannes betont zum Lobpreis des Mensch gewordenen Christus, dass er ohne den Fleischesleib schon im Anfang, also noch vor der Schöpfung existierte. Er ist nicht geworden, sondern er war von Ewigkeit her bei Gott, so wie eine Person bei einer anderen Person ist. Und er war Gott.

Indem Johannes auf den Schöpfungsanfang („Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“) zurückblickt, zeigt er den ewig-göttlichen Ursprung des Retters und Offenbarers, der beim Vater war und von dort kommt: „Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!“ (Joh 17,5) Und nur aus diesem seinem Ewigkeitswissen, aus der unmittelbaren Kenntnis heraus kann er uns ein vollgültiges Offenbarungszeugnis bringen. Wäre Jesus, das Wort, nicht von Ewigkeit beim Vater gewesen, könnte er das nicht, da er den Vater nicht vollständig kennen würde. Deshalb sind diese kurzen und prägnanten Sätze des Johannesevangeliums ganz wichtig. Diese Vorgeschichte enthüllt im Ursprung auch das Wesen Jesu Christi. In seinem Wesen erkennen wir zugleich die Vollmacht dieses irdischen Christus.

Darum spricht die zweite Aussage „das Wort war bei Gott“ auch gleich von der persönlichen Gemeinschaft des Logos mit dem Vater, denn es heißt: „und der Logos war bei Gott.“ Damit ist die enge Verbundenheit mit dem Vater gemeint – sowohl im Denken, als auch im Wollen und im Handeln. Dieses völlige Einssein mit dem Vater offenbart Jesus, der Gottsohn, in seinem Leben dann immer wieder: „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat.“ (Joh 4,34) Im Hohepriesterlichen Gebet spricht Jesus von der Herrlichkeit, die er beim Vater hatte, ehe die Welt war. Diese Herrlichkeit liegt eben in der Nähe zu Gott, also in der Lebensgemeinschaft mit ihm, die ihm aus der Liebe des Vaters geschenkt wurde, begründet.

Im Prolog des Johannesevangeliums wird also das ewige Sein des Logos ausgedrückt. Hier kommt die Gottheit Jesu, die ja bis heute immer wieder angezweifelt und auch angegriffen wird, klar zum Ausdruck. Der Logos, der Teil hat an der Herrlichkeit des Vaters, am Leben Gottes, ist aber die Grundvoraussetzung für die ganze Frohe Botschaft.

Die Formulierung „das Wort war bei Gott“ besagt viel mehr als vergleichbare Wendungen, wie z.B. im Buch der Sprüche: „Die Weisheit, die dabei war bei der Schöpfung...“ Das ist etwas anderes als der Logos, der wirklich schon vor der Schöpfung da war, und zwar in persönlicher Gemeinschaft mit Gott, der also in Gott und aus Gott lebt. Es ist also nicht nur eine tätige Partnerschaft – mit diesem Gott wird etwas getan –, sondern es ist eine personale Verbundenheit, so dass man dieses Beieinander – er war bei Gott – auch ausdrücken kann mit ineinander. Das „bei Gott“ ist aus unserer Perspektive, aus der Perspektive der Welt her zu verstehen. „Der Vater ist in mir und ich in ihm.“, drückt die enge Gemeinschaft des Logos mit dem Vater aus, der in der vorweltlichen Existenz gründet und wirklich ganz und gar von Ewigkeit her mit dem Vater existiert. In Joh 1,18 bringt der hl. Johannes beides zusammen mit dem Wort: „der am Herzen des Vaters ruht.“

Den Höhepunkt stellt nun der dritte Teil des ersten Verses dar: „und das Wort war Gott.“ Ganz wörtlich übersetzt heißt es: „Und Gott war der Logos.“ Hier spricht Johannes dem Logos das Gottsein selbst zu. „Und Gott war der Logos.“ Dieses „theos“ (Gott), das diesem Satz im Griechischen voransteht, ersetzt nicht den Logos, den vorher genannten „ho theos“. Damit ist der Vater gemeint. Es wird also nicht einfach der Vater durch den Sohn ersetzt, sondern jetzt geht es um das Wesen Gottes. Gott war der Logos. Der Logos ist vielmehr genauso Gott wie der Vater, mit dem er in Lebensgemeinschaft steht. Sie sind zwei Personen, aber ein Wesen. Damit bezeichnet das Wort „theos“ die Tatsache, dass der Logos und der Vater ein gemeinsames Wesen haben. Diese Fülle des göttlichen Wesens ist überhaupt erst die Grundvoraussetzung und Gewähr dafür, dass Jesus genauso Gott ist wie der Vater und daher die volle Offenbarungsmacht und Heilsmacht hat. Diese Aussage ist hingeordnet auf die Tätigkeit des Logos in der Welt, nämlich auf seine Lebensund auch Lichtfunktion für die Menschen – er ist „das Licht der Menschen“ (Joh 1,4b) –, aber auch auf seine Gnadenmitteilung nach der Menschwerdung

„Im Anfang war es bei Gott.“ (vgl. Vers 1)

Nach der vorausgehenden Wesensaussage über den Logos nimmt Johannes noch einmal den vorhergehenden Satz auf: Der Logos war im Anfang bei Gott. Damit drückt er den Ausgangspunkt des Erlösungsweges Jesu aus. Er war beim Vater und ist vom Vater ausgegangen, um zum Vater zurückzukehren, wie es an anderer Stelle heißt. Sein Ursprung liegt vor aller Zeit bei Gott. Das bestimmt sein Wesen, seine Würde und seine Vollmacht.

„Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist.” (vgl. Vers 3)

Johannes macht jetzt den nächsten Schritt. Der Logos, Christus, ist an der Schöpfung beteiligt. Wie er daran beteiligt ist, wird nicht beschrieben, sondern es wird nur die Tatsache an sich berichtet. Alles ist durch ihn geworden und ohne ihn ist auch nicht Eines geworden, was geworden ist. Damit wird deutlich, dass in der gesamten Schöpfung, der geistigen wie der materiellen Welt absolut nichts am Wort vorbei, ohne das Wort, also ohne Christus entstanden ist.

Die ersten beiden Worte „ist geworden“, bei denen es um die Schöpfung geht, stehen im Aorist, womit ausgedrückt wird, dass es sich um ein einmaliges Werden handelt. Die Schöpfung und das Werden des Menschen waren jeweils ein Schöpfungsakt. Etwas Einmaliges kann man genau von seinem Ursprung her bestimmen. Beim dritten Mal aber („und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist“, also was schon geschaffen ist), steht jetzt das Perfekt, d.h. für immer. Durch das Wort wird also zunächst etwas Einmaliges geschaffen, aber alles, was auf Dauer geschaffen ist, ist durch das Wort geworden. Alle Bereiche der geistigen wie der materiellen Schöpfung verdanken dem Logos ihr Werden.

Bei den ersten drei Versen geht es noch nicht um den Menschen, sondern um die gesamte Schöpfung. So betont die Aussage „ohne ihn ist auch nicht Eines geworden“ eine umfassende Bedeutung des Logos bei der Schöpfung. Wie der Logos für die Erlösung die einzigartige Rolle des Offenbarers und Lebensspenders übernimmt, so gelangt auch bei der Schöpfung nichts ohne ihn ins Dasein. Durch Christus geschieht sowohl die ganze Erlösung als auch die gesamte Schöpfung. Johannes macht deutlich, dass der Logos kein bloßer Ausdruck für die schöpferische Kraft Gottes ist, also nur ein Aspekt seiner schöpferischen Kraft, sondern eine Person. Diese Aussagen über den Logos wollen die einmalige Größe des fleischgewordenen Wortes Gottes aufzeigen und preisen. Johannes nimmt das voraus, bevor er in Vers 14 sagt: „Und das Wort ist Fleisch geworden“, damit wir wissen, wer da überhaupt Fleisch geworden ist: der Christus, ohne den es kein Heil gibt und durch den alles, jedes Einzelne, geworden ist.

„In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen.” (vgl. Vers 4)

Nun geht es um das Verhältnis des Logos zur Menschenwelt. In Vers 9 heißt es dann: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.“ Dadurch wird die Bedeutsamkeit des Logos noch stärker betont. Jesus ist dieses wirkliche Licht, das jeden Menschen erleuchtet. In Joh 8,12 sagt Jesus ja: „Wer mir nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben.“ Es geht also um Leben, das zum Licht wird, und um Licht, das eine Lebensmacht ist. Die Worte „Leben“ und „Licht“ symbolisieren somit die Fülle eines sinnvollen, durchschaubaren und lichtvollen Lebens.

Um dieses Wirken des Logos an den Menschen als Licht zu verstehen, können wir auch auf die Psalmen oder auf den geduldigen Hiob schauen. Dort bedeutet „Licht des Lebens“, dass der Mensch sich des Lichtes der Sonne erfreut. Da dieses Leben aber von Gott geschenkt und im Angesicht Gottes gelebt wird, bekommt es eine noch viel tiefere Bedeutung als z.B. in Ps 27,1: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?“, in Ps 36,10: „Bei Dir ist die Quelle des Lebens. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.“ oder in Weish 7,26: „Die Weisheit ist der Widerschein des ewigen Lichts, der ungetrübte Spiegel von Gottes Kraft, das Bild seiner Vollkommenheit.“ Während hier die Weisheit als Abglanz ewigen Lichtes bezeichnet wird, wird in Weish 7,10 das Licht der Weisheit sogar dem geschaffenen Licht vorgezogen: „Ich zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt ihr Glanz, der von ihr ausstrahlt.“

Zwei Gedanken sind hier wichtig: einmal die neu schaffende und Leben spendende Macht der Weisheit und zum anderen ihr Wirken in den Seelen von Geschlecht zu Geschlecht. Man könnte sagen: Das ist der Sinn des Lebens. Ein Mensch, der Christus nicht annimmt und egoistisch oder atheistisch lebt, verfehlt den Sinn seines Lebens. Er weiß nicht, woher er kommt und wohin er geht. Für ihn ist alles Zufall. Was hat all sein Tun für einen Sinn außer kurz zu genießen und dann zu sterben. Da ist kein Licht und kein Sinn, nichts, was die innerste Sehnsucht des Menschen nach Unendlichem und nach Ewigkeit beglückt. Die Erfüllung dieser innersten Sehnsucht des Menschen aber ist das Leben, das der Logos gibt. Er selbst ist das Leben und das Licht der Menschen. Er soll die Menschen mit seinem wesensgemäßen geistig-göttlichen Leben erfüllen. Das zeichnet die Menschen vor der übrigen Schöpfung, vor den Tieren und der anorganischen Schöpfung aus.

Dieses Leben besteht erstens in der Erkenntnis der gottverwandten Natur, der Gottebenbildlichkeit. Der Logos ist für uns das Leben. Er gibt uns das wahre Leben, das jeden Menschen erleuchtet. Und dieses Leben besteht zweitens in der Seligkeit der Gottverbundenheit, die in uns ist, wenn wir ganz mit Christus und damit mit Gott in Verbindung sind. Dann können wir selbst im Leid noch glücklich sein und selbst im Sterben tiefstes Glück erfahren, wie z.B. die Märtyrer. Ihnen ist diese Seligkeit der Gottverbundenheit geschenkt. Drittens ist mit diesem Leben die Heiligkeit des Wandels gemeint. Im Logos war jene göttliche Lebensmacht in ihrer ganzen Fülle. In Christus ist diese ganze Fülle des Lebens und Lichtes so wie in einem unerschöpflichen Brunnen, der aus den Tiefen des göttlichen Lebensstromes gespeist wird. In Joh 5,26 wird Ähnliches ausgedrückt: „Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben.“ Dem Logos fällt die Aufgabe zu, den Menschen dieses Leben mitzuteilen. Er hat die ganze Lebensfülle. Er ist der unerschöpfliche Brunnen dieses göttlichen Lebensstromes und er soll uns diesen Lebensstrom mitteilen. Er wird für die Menschen zur Quelle des Lebens und zum Spender des göttlichen Lichtes, durch die Gemeinschaft mit Christus, durch das Gebet, durch die Sakramente usw. Christus hat die Heil bringende Funktion für die Menschen seit der Schöpfung übernommen und wollte sie für alle Geschlechter ausführen. Er ist Mensch geworden, um uns zu erlösen und uns diese Heilsfülle mitzuteilen.

Der Vers 4 schaut gleichsam auf den Schöpfungsmorgen und beschreibt die Schöpfungsordnung, in der dem Logos, Christus, diese Aufgabe zufällt. Das kommt in Vers 9 dann noch einmal durch das Präsens zum Ausdruck: „das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet.“ Dieser Satz steht in der Gegenwart. Er ist das wahre Licht, das erleuchtet. So wie in ihm göttliches, ewiges Leben ohne zeitliche Einschränkung war, so ist er auch im Plane Gottes schon immer und für immer das Licht der Menschen. Dieser Logos ist eine göttliche Person, die in Jesus Christus Mensch wurde, um seine Aufgabe an den Menschen zu erfüllen, die in Sünde und Dunkel gefallen sind.

Wenn wir diese Zusammenhänge in ihrer Tiefe ahnen, wenn wir ahnen, wer dieser Christus wirklich ist, dann geht uns auf, wer da Mensch und für uns sichtbar geworden ist, wer sich für uns total erniedrigt hat: Was der Logos nach dem Schöpfungsplan für die Menschen sein sollte, wurde er tatsächlich in seiner geschichtlichen Sendung für die Glaubenden, also bei seiner Menschwerdung. Der Vers 4 bekommt eine noch größere Klarheit durch die Selbstoffenbarung Jesu bei Johannes. Jesus nennt sich im Johannesevangelium „das Licht der Welt“ und gibt die Möglichkeit, dieses Licht des Lebens zu gewinnen. So ist in diesem Wort vom Licht auch das endgültige Heil mitzuhören, das er schenkt. Diese Lichtwirksamkeit des Logos reicht von der Schöpfung über die Menschwerdung bis zur letzten Vollendung. Sie zielt eigentlich von Anfang an auf die Heimholung des Menschen in das Licht Gottes. Er ist das Licht, das jeden Menschen erleuchtet. Gemeint ist die Gnade der Erlösung, des Heiles, des göttlichen Lebens. Alles, was dazu nötig ist: Offenbarung, Lebensspendung, aber auch Vertreibung der Finsternis von Sünde und Schuld, sittliche Überwindung der bösen Werke und Begierden, all das gehört zum Licht, das der Logos verbreitet.

„Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.” (vgl. Vers 5)

In diesem Vers benutzt Johannes plötzlich die Gegenwartsform, das Präsens. Das Licht leuchtet. Es scheint in der Finsternis – auch heute noch. Und dann kommt die Vergangenheitsform, der Aorist: Die Finsternis hat es nicht ergriffen, d.h. dass beim geschichtlichen Kommen des Logos, bei seiner Menschwerdung, die Finsternis das Licht nicht ergriff. Sie hat die einmalige Gelegenheit nicht wahrgenommen.

Finsternis ist für Johannes zunächst einmal die gottferne Welt. Sie ist aber auch ein Bild für die unheimliche Macht, die die Menschen selbst zu Verfinsterten, zu Verblendeten werden lässt, wie es in Joh 9,39 angedeutet ist: „Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen; damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden.“ Es geht in diesem Vers 5 also um diese verblendete und dem Bösen verfallene Menschenwelt. Sie ist gleichbedeutend mit den Kindern der Finsternis. In 1 Joh 3,10 spricht Jesus sogar von den Kindern des Teufels: „Daran kann man die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels erkennen: Jeder, der die Gerechtigkeit nicht tut und seinen Bruder nicht liebt, ist nicht aus Gott.“ Diese Feststellung bedeutet auch, dass vom Menschen eine eigene aktive Entscheidung verlangt wird, nämlich der Glaube. Aber diese Entscheidung ist damals nicht gefallen. Denken wir an die ganze Umgebung Jesu. Sie haben nicht zugegriffen, als das Licht für sie zum Greifen nahe war. Johannes hat also hier die Gegenwartsform und die Vergangenheitsform sehr bewusst gewählt und gegenübergestellt. Er weiß um die nie nachlassende Leuchtkraft des Logos. Das Licht leuchtet in der Finsternis, bis heute. Seine Leuchtkraft dauert an. Aber er weiß auch um das Unverständnis und die Ablehnung der Menschen, die sich diesem Heil schaffenden Wirken verschlossen haben. Er hat das Auftreten Christi vor Augen, also das, was er selbst mit Jesus erlebt hat: die Ablehnung Jesu durch die Menschen und durch die Welt.

Das damalige Geschehen war ein einmaliges Geschehen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Das drückt der Aorist im Griechischen aus. Aber es ist auch das Einmalige und der Zeitpunkt eines jeden Menschen durch die Zeit hindurch. Jesus wurde nicht nur damals abgelehnt, sondern er wird immer wieder von den Menschen ablehnt. Das damalige Verhalten der Menschen wird so zu einer Warnung für uns heute, damit wir uns nicht gegen die heilbringende Offenbarung Christi versperren. Es ist also ein Wort der Ermahnung. Das weiterstrahlende Licht des Logos will ergriffen werden von uns, und zwar durch den Glauben, der uns zu Kindern Gottes macht, wie es dann in Vers 12 heißt, und durch die tätige Liebe, die das Licht weiter in die finstere Welt vordringen lässt: „Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, etwas, das in ihm und in euch verwirklicht ist; denn die Finsternis geht vorüber, und schon leuchtet das wahre Licht.“ (1 Joh 2,8)

„Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.” (vgl. Vers 9)

Nach dem Blick auf Johannes den Täufer in den Versen 6-8, die das heutige Evangelium überspringt, kommt Johannes wieder zurück auf den Logos. Er war das wirkliche Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt. Hier wird also noch einmal die Aussage vom Licht der Menschen betont. Die erleuchtende Fähigkeit des Logos ist universal und für die Menschen aller Zeiten notwendig, nicht nur für damals. Im Logos allein war göttliche Lebensmacht für das wahre, das wirkliche vollmenschliche Sein des Menschen. Er allein war das echte göttliche Licht für jeden Menschen. Er war es. Was er aber war, das ist und bleibt er auch.

In Vers 4 bezog sich dieses „er war“ noch auf die Schöpfungsordnung, also auf den Logos vor seiner Menschwerdung: „In ihm war das Leben.“ Jetzt aber bezieht sich das Erleuchten des Logos auf das Erkennen und die Erwählung des Guten, auf das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, damit er das Gute erkennt und wählt. Weiter bezieht es sich auf die Bestimmung des Menschen und auf sein Handeln nach dem Willen Gottes, auf seinen Wandel im Licht, der dann am Ende zum vollen Licht und zum vollen Heil Gottes führt. In diesem Sinne war der Logos „das wirkliche Licht“ im Unterschied zu einem falschen Licht.

Dieses „wirkliche Licht“ will darüber hinaus die Wirklichkeit und Seinsfülle Gottes ausdrücken. Der Logos besitzt eine unvergleichliche, aus seiner Göttlichkeit stammende Leuchtkraft, die sich in jedem Menschen erweisen kann und erweisen muss, der sein Ziel finden will. Er steht damit auch im Gegensatz zu allen anderen vermeintlichen Lichtbringern.

„Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.” (vgl. Vers 10)

Im Blick auf diesen Vers 10 müsste sich der Ausdruck „kam in die Welt“ aus Vers 9 eigentlich nicht auf den Menschen, sondern auf das Licht beziehen. Das Licht kam in die Welt. Der Evangelist weist hier also auf das Ereignis der Menschwerdung hin. Wie das Licht auf die Welt kommt, sagt er dann in Vers 14: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ Der Logos wurde Fleisch.

Er war in der Welt, d.h. im Lebensraum der Menschen, den Menschen nahe und erreichbar, sodass sie sich an ihn zu ihrem Heil halten konnten. Aber die Welt – gemeint ist jetzt dieser irdisch-geschichtliche Raum, in dem sich die ganze Menschheit bewegt – hat ihn nicht erkannt. Das ist die erschütternde Feststellung dieses Verses.

„Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.” (vgl. Vers 11)

Hier wird noch einmal das Verhältnis des Logos zu den Menschen beschrieben, der traurige Bruch, den dieses Verhältnis des Logos zu den Menschen in dieser Welt erlebt. Sie nehmen ihn nicht auf.

Die Verwendung des Wortes „Welt“ weist darauf hin, dass der Übergang von der Schöpfungsordnung zur Geschichte geschildert wird. Die Geschichte ist ein natürlicher Werdeprozess. Wir sind im Lauf der Geschichte. Wir machen Geschichte. Es ist wesentlich Menschheitsgeschichte und es geht um das Tun und Verhalten der Menschen zu ihrem Heil oder Unheil in der Geschichte. Hier wird Nachdruck auf die dunkle Tatsache gelegt, dass die Welt ihn nicht erkannte und später sogar, dass die Seinen ihn nicht aufnahmen. Die Welt hat sich also willentlich dem Logos gegenüber, der sie erleuchten und zum Heil führen wollte, verschlossen und mit ihm Gott selbst abgelehnt. Dieses Nichterkennen ist ein unseliges Verhalten, durch das sich die Menschen von Gott trennen und von seinem Lebensbereich ausschließen. Man könnte auch sagen: Die Welt anerkannte ihn nicht.

Die schmerzliche Tatsache, dass der Logos in der Welt auf Ablehnung stieß, wird in diesem Vers 11 noch schärfer, ja fast paradox ausgedrückt: Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen, die ihm Zugehörigen nahmen ihn nicht auf. Es geht um das geistige Kommen des Logos in diese verfinsterte Menschenwelt, die gleichsam ihr Haus vor dem Logos, der sich naht, verschloss. Hier drückt wiederum die Vergangenheitsform des Aorist „er kam in sein Eigentum“ aus, dass sich die Begegnung zwischen Logos und Welt in der geschichtlichen Wirklichkeit vollzogen hat und sich immer wieder erneuert, d.h. er kam zu einem ganz bestimmten geschichtlichen Augenblick in die Welt und ist in diesem einen geschichtlichen Augenblick abgelehnt worden. Aber dieser geschichtliche Augenblick vollzieht sich im Leben jedes Menschen immer wieder neu. Er kommt in sein Eigentum – auch zu mir! – und ich nehme ihn nicht auf. Das geschieht immer wieder. In diesem Vers wird die Welt „Eigentum des Logos“ genannt, weil sie ihm durch die Schöpfung zugehört, denn alles ist durch ihn geworden. Umso bedrückender ist es, dass die Seinen, die ja durch ihn erst geworden sind, ihn nicht aufnahmen. Wenn hier von den Seinen die Rede ist, so sind damit die engsten Verwandten gemeint, diejenigen, die mit Christus am engsten verbunden sind, weil sie durch ihn geworden sind und nur in ihm bestehen können. Aber selbst sie nehmen ihn nicht auf. Sie lehnen somit praktisch ihre eigene Existenzgrundlage ab. Sie lehnen alles ab, was uns Christus schenken will: das Licht, den Sinn, die Fülle und die Freude, d.h. letztlich das Erfülltsein ihres Lebens.

Daher müssen wir uns nicht wundern, wenn wir in unsere Welt heute so hineinschauen, wie viele unzufriedene und unglückliche Menschen es gibt, die alle nur noch hasten und rennen, um irgendetwas zu ergattern, das ihnen ein bisschen Licht und Glück bringt. Christus ist die Fülle. Er hat all die Seinen, die ihn aufgenommen haben, beglückt. Das ist belegt durch die Zeugnisse der Menschen bis hinein in das Paradox des Martyriums: Freude mitten im Leid. Das geht nur, wenn Jesus Christus wirklich die Fülle unseres Lebens ist.

„Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.” (vgl. Vers 12-13)

Der niederdrückenden Tatsache, dass der Logos bei seinem Kommen in die Welt auf Unverständnis und Ablehnung der Menschen stieß, stellt Johannes nun Menschen gegenüber, die ihn angenommen haben. Ihnen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden. Die Gotteskindschaft ist für Johannes eine göttliche Gabe, die den Getauften ungeschuldet aus göttlicher Liebe geschenkt wird. Daraus entspringt freilich die sittliche Aufgabe, sich dann auch als Gotteskinder zu bewähren, wie Johannes in seinen Briefen schreibt.

In der Formulierung „gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“ ist eigentlich nicht an eine sittliche Entfaltung gedacht, sondern an den übernatürlichen Werdeprozess in der Taufe. Durch und in der Taufe bin ich zum Kind Gottes geworden. In Vers 13 drückt sich dann klar aus, dass wir eben nicht aus dem Willen des Fleisches oder des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Bei Johannes heißt es eigentlich nicht: Werde, was du bist!, sondern: Sei und zeige, wer du durch die Taufe geworden bist! Das Zeugnis-Geben von dieser Gotteskindschaft steht im Vordergrund.

Johannes spricht von der Annahme des Logos im Glauben. Der Glaube ist die Grundhaltung, die notwendig ist für den Empfang des Heils. Glauben an den Namen Jesu soll besagen, dass man an die Person Jesu im vollen Umfang seiner Offenbarungen glaubt und diese auch bejahen muss. Mit Name ist die ganze Person gemeint, sein ganzer Auftrag, seine ganze Verkündigung, seine ganze Offenbarung.

Johannes macht in diesen beiden Versen sehr deutlich, dass man Kind Gottes nicht durch natürliche Geburt wird, auch nicht durch einen natürlichen Werdeprozess, sondern durch ein übernatürliches Geschehen, das allein von Gott bewirkt wird. Die dreimalige Verneinung „die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“ (vgl. Vers 12-13) drückt das ganz deutlich aus. Der Evangelist weist also auf ein unverfügbares und letztlich unbegreifliches Werk des göttlichen Geistes hin, durch das diese Gotteszeugung geschehen ist. In der Taufe ist Gott in uns gezeugt worden. Durch den Geist sind wir zu Kindern Gottes geworden. Johannes hebt die übernatürliche Herkunft der Gotteskinder hervor, um ihre Geschiedenheit von der Welt und ihre Verbundenheit mit dem Logos, dem Vermittler göttlicher Gnade und Wahrheit, zu verdeutlichen. Die Zeugung aus Gott in der Taufe bleibt dabei ein Geheimnis und ist ein einmaliger Akt göttlich-himmlischer Herkunft. Deshalb steht auch hier wieder die Vergangenheitsform des Aorist: „Die aus Gott geboren sind.“

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.” (vgl. Vers 14)

Mit diesem letzten Vers kommen wir zum Höhepunkt des heutigen Evangeliums. Wenn er auch auf Ablehnung bei den Menschen stieß, so war der Logos doch schon in einer geistigen Weise in der Welt anwesend und wirksam, denn alles ist durch ihn geschaffen und alles hat in ihm Bestand. Nun aber geschieht das Unfassbare: Er kommt sogar im Fleisch. Er wird Mensch und schlägt sein Zelt unter den Menschen auf. Und erst durch diese Menschwerdung machte uns der Logos fähig, der Gotteskindschaft teilhaftig zu werden. „ Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.“ (Joh 1,16)

Mit dem Wort „egeneto“ (εγενετο – „er wurde“, „das Wort ist Fleisch geworden“), wird eine Veränderung in der Seinsweise des Logos angezeigt. Er wurde etwas, das er vorher nicht war. Vorher war er in der Herrlichkeit des Vaters. Jetzt übernimmt er die Niedrigkeit der menschlichen Existenz. Vorher war er bei Gott. Jetzt schlägt er sein Zelt unter den Menschen auf, und zwar in menschlicher Gestalt, d.h. in der vollen Realität des Fleisches, um dann nach der Rückkehr zu seinem Vater die Herrlichkeit der himmlischen Seinsweise wieder zu erlangen, wie es dann in Joh 17,5 heißt: „Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.“ Gott gibt ihm die Herrlichkeit wieder, die er beim Vater hatte, bevor die Welt war. Das Fleisch-Werden des Logos bezeichnet einen Wendepunkt in der Heilsgeschichte. Er eröffnet   die letzten Heilsmöglichkeiten für die Menschen. Der Weg des Erlösers hinab ins Fleisch und durch das Fleisch empor zur himmlischen Herrlichkeit wird auch zu einem Weg für alle, die sich ihm im Glauben anschließen.

Warum aber benutzt Johannes hier das Wort „Fleisch“ und nicht z.B. das Wort „Mensch“? Das griechische Wort „sarks“ drückt die volle Menschlichkeit Jesu aus. Er war ganz Mensch. Es könnte sein, dass Johannes schon an die Brotrede in Kafarnaum dachte, wo Jesus seinen Zuhörern verkündet: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.“ (Joh 6,54). Evtl. könnte es auch ein Ausdruck dafür sein, dass der Logos nicht einen Scheinleib, sondern wirklich Fleisch und Blut angenommen hat. „Er schlug ein Zelt unter uns auf“, wie es dann wörtlich übersetzt heißt, drückt also die Realität der Menschwerdung aus, es weist aber auch darauf hin, dass es sich nur um ein vorübergehendes Wohnen handelt, denn ein Zelt bricht man wieder ab.

Dann spricht Johannes von der „Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“. Gemeint ist die einzigartige Herrlichkeit, wie sie dem Sohn Gottes zukommt, die Herrlichkeit des Einziggeborenen vom Vater. Man könnte auch übersetzen: Die Herrlichkeit des einzig erzeugten Sohnes Gottes. Der Logos trägt die Fülle der Gnadengaben für alle Glaubenden in sich. So bezieht sich sicher auch dieses („charitos kai alepheias“ – χαριτοσ και αληθεια) „voll Gnade und Wahrheit” auf den Logos. Das dürfte vom Hebräischen her kommen. Dort ist diese Aufzählung seit dem Erscheinen Gottes im brennenden Dornbusch sehr gängig: „heset va ehmet“ – „Gnade und Wahrheit“, „Huld und Erbarmen“. So begegnen uns in Christus, dem Logos, Gnade und Wahrheit, Huld und Gnade, Huld und Treue – das alles sind Ausdrücke für dieses Licht, das unsere Existenz erleuchtet. Vielleicht denkt Johannes bei der „Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“ auch an die Verklärung auf dem Berg Tabor.

Es ist deutlich geworden, dass dieser Prolog des Johannes-Evangeliums theologisch unheimlich wichtig ist. Wenn wir uns jedoch damit auseinandersetzen und erahnen, wer dieses Wort in Wahrheit ist, das da Fleisch geworden ist und unter uns gezeltet hat, das wirklich Mensch geworden ist und in dieser neuen Seinsweise in die totale Erniedrigung hineingegangen ist, um uns herauszuholen in diese Herrlichkeit des Vaters, dann können wir wieder beginnen, zu staunen. Und dann kann uns dieses Geheimnis der Menschwerdung immer tiefer aufgehen und wir stehen wie der heilige Franziskus staunend vor dem Kind in der Krippe. ∎